Günter Pumm
in der Hamburger SPD.
Das Buch hat 501 Seiten, davon 425 Textseiten.
Das Hamburger Abendblatt brachte Mitte Oktober eine kleine Notiz über ein neues MRT für das Klinikum Altona, dessen Anlieferung und Einbau durchaus schwierig gewesen sei.
Ausführlicher hatte der Ottensener Stadtteilreporter Philip Kühn berichtet :“Ungewöhnliche Luftpost für die Klinik Altona“ v. 7.10.2011.
Der Stadtteilreporter berichtet durchaus flott über die Lieferungs- und Einbauaktion. Er gibt sogar die Leistungsstärke des neuen Geräts mit Tesla 3 an. Das Abendblatt tut dies nicht. Das Abendblatt berichtet auch nicht, dass hier ein MRT 1,5 Tesla von 1994 ersetzt wurde, der Reporter tut dies.
Natürlich ist es gut und richtig, dass ein neues, leistungsfähigeres MRT positiv zur Kenntnis genommen wird.
Interessant wird es, wenn man auf die Homepage des Asklepios Klinikums Altona geht.
Dort erfahren wir, dass das Neurozentrum der Asklepios Klinik Altona, bestehend aus Neurologie, Neurochirurgie und Neuroradiologie ein modernes MRT 1,5 Tesla besitzt, ausgestattet mit modernem Hochleistungsgradienten und der aktuellen Applikationssoftware.
Ist das etwas zu vollmundig?
Dies ist doch wohl nicht das abgängige MRT von 1994, sondern ein zweites, neureres Gerät?
Nun muss man wissen, dass die Radiologie Conradia in der Innenstadt bereits seit 3-4 Jahren ein MRT Tesla 3 besitzt. Außerdem ist die Entwicklung zu weit leistungsstärkeren Geräten, die z.T. mit Operationsrobotern unmittelbar verbunden sind, bereits fortgeschritten, besonders in Japan.
Die Frage bleibt, wie gut müssen die Geräte sein, mit denen ein Krankenhaus der Maximalversorgung ausgestattet sein sollte. Diese Geräte sind zweifellos ein erheblicher Kostenfaktor für die Kliniken.
Mindestens in der Einbauphase gab es in Altona erhebliche Engpässe beim MRT. So kommt es vor, dass Patienten erst am letzten bzw. vorletzten Tag ihres Klinikaufenthalts einen Termin bekommen. Dies ist natürlich nicht optimal, wenn medizinisch eine Ereignis-nahe Aufnahme für die Diagnose nötig ist.
Die Vereinigung der Neurologen fordert seit einiger Zeit sogar für bestimmte Krankheitsbilder ein Tesla 3 MRT als diagnostischen Standard.
Medizinisch wäre es geboten, wenn man in Engpasssituationen, wie in Altona in den letzten Monaten, sein MRT-Gerät auch am Wochenende betreiben würde. Dies ist jedoch mit zusätzlichen Kosten verbunden, möglicherweise mit Sonntagszuschlägen oder gar der Einstellung von zusätzlichem Personal.
Eine wichtige politische Initiative der jungen Abgeordneten aus Altona Heidrun Schmitt(GAL), die über den berühmten Platz 31 der GAL-Landesliste ins Hamburger Parlament eingezogen ist. Die harte Arbeit kommt aber noch, wenn sie holländische Standards der Krankenhaushygiene vollständig oder annähernd in Hamburg durchsetzen will.
Wenn man prüft, ob es in der letzten Legislaturperiode Initiativen in diese Richtung gegeben hat, sollte man sich von dem eher wahrscheinlichen negativen Ergebnis nicht gleich entmutigen lassen.
Haben sich möglicherweise Bezirksversammlungen mit dem Problem der Krankenhaushygiene beschäftigt? Haben sie die Krankenhaushygieneberichte überhaupt vorgelegt bekommen? Wenn ja, haben die Gesundheits-und Sozialausschüsse sie unkritisch zur Kenntnis genommen, insbesondere die dort enthaltenen Statistiken? In der Bezirksversammlung Harburg war die Beschäftigung mit diesem Thema eher folgenlos.
Haben die Gesundheits-und Sozialsenatoren der CDU-geführten Senate bzw. des CDU-Senats dieses Problem aufgegriffen, immerhin war mit Dietrich Wersich einer von ihnen Mediziner?
Hat es in den Deputationen des letzten Jahrzehnts entsprechende Diskussionen oder gar Beschlüsse gegeben?
Was hat die Opposition unternommen? Sie hatte mit Peter Tschentscher und Matthias Petersen gleich zwei Ärzte in ihren Reihen. Na ja, nun muss man nicht gerade auf seinem Berufsfeld politisch tätig werden, auch wenn es um eine wichtige Sache oder wenn es gar um ein „heißes Eisen“ geht.
Hat sich der Gesundheitsausschuss der Bürgerschaft mit der Krankenhaushygiene beschäftigt? Gab es Anfragen oder Anträge im Parlament?
Nach meinem vorläufigen Überblick hat sich im politischen Bereich nichts Wesentliches getan.
Gewerkschaften und Interessenvertreter der Krankenhäuser tun sich mit den Holländischen Standards vermutlich eher schwer.
Schließlich sind Sterben und Tod im Krankenhaus für viele weiterhin ein Tabu-besetztes Thema.
Wenn man sich Klarheit verschafft hat, kann man einschätzen, wo Mitstreiter im politischen Bereich zu finden sein könnten.
Wir sollten es nicht vergessen: Nach der Wahl hat es schließlich auch personelle und politische Veränderungen gegeben. Die wichtigste: Wir haben eine neue Gesundheitssenatorin. Das ist zweifellos eine Chance.
Wir dürfen gespannt sein , wie sie sich positionieren wird.
Von der kommunalpolitischen Ebene bis zur Bundesebene wird auf diesem brisanten Felde der Gesundheitspolitik zu wenig getan: Hier wird ein Beispiel dokumentiert, das zeigt, wie Initiativen in der Kommunalpolitik sich festfahren. Die Landes- und Bundesebene muss übernehmen.
In seiner Sitzung am 7.9.2009 hat sich der Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Senioren der Bezirksversammlung Harburg aufgrund des SPD-Antrags XVIII /00421 mit dem Thema Qualitätsmanagement in Harburger Krankenhäusern und speziell mit Fragen der Krankenhaushygiene befasst. Dem Ausschuss lag in dieser Sitzung als Tischvorlage der „Bericht zur Behördlichen Überwachung der Hygiene in Krankenhäusern“ für 2008 des Bezirkes Harburg vor. Der Ausschuss hat lediglich um weitere Berichterstattung in regelmäßigen Abständen gebeten. Der Antrag wird für erledigt erklärt.
In der Niederschrift über die Sitzung des Ausschusses vom 12.10.2009 findet sich unter Top 10 Genehmigung der Niederschrift eine Ergänzung zum Protokoll der Sitzung vom 7.9.2009 mit folgendem Wortlaut:
„Frau Koschnick-Pumm informiert, dass in den Niederlanden grundsätzlich von jedem Patienten ein Abstrich zur Feststellung von Keimen genommen werde. Diese prophylaktische Untersuchung gäbe es in Deutschland nicht. Im Ergebnis hätte man in den Niederlanden viel weniger MRSA-Fälle und Noroviren zu verzeichnen. Frau Dr. Kirchhoff führt aus, dass die Situation in den Niederlanden bekannt sei. Eine Umsetzung in Deutschland sei aber wahrscheinlich nicht möglich, weil das Screening jedes einzelnen Patienten entsprechende Isolierungsmaßnahmen voraussetze.
Jedoch könne durch konsequentes Screening von Risikopatienten die MRSA-Rate hier erfolgreich gesenkt werden.“
Der Ausschuss hat aufgrund der Protokoll-Notiz die Sache nicht noch einmal aufgenommen.
Es handelt sich zwar um eine Angelegenheit, für die die Bezirksämter eine Zuständigkeit haben, zentrale Regelungen auf Landes- oder Bundesebene erscheinen jedoch notwendig und eher Erfolg versprechend.
Der „Bericht zur behördlichen Überwachung der Hygiene in Krankenhäusern“ 2008 des Bezirkes Harburg ist aufschlussreich:
1.Die personellen Kapazitäten des Bezirksamts reichen für eine ernstzunehmende Kontrolle der Krankenhaushygiene in den Harburger Krankenhäusern nicht aus. Dies dürfte für alle anderen Bezirke auch gelten.
0,1 Facharzt für Hygiene des Insituts für Hygiene und Umwelt, o,2 Stelle Ärztin, o,6 Stelle Hygieneschwester, 0,2 Stelle Gesundheitsingenieur(nicht besetzt), je 0,1 Stelle Lebensmittelkontrolleur und Gesundheitsaufseher.
2. Der Bericht geht von einer ordnungsgemäßen Dokumentation der Nosokomialen Infektionen nach §23 Abs.1HSG aus. Die vorhandenen Daten in den großen Kliniken seien valide und seien qualifiziert aufbereitet worden. Das gehäufte Auftreten nosokomialer Infektionen im Krankenhaus ist erfasst worden(§6Abs.3IfSG i.V.m. §8 Abs.1, 3 und 5, §10 Abs.1Satz3, Abs.3 und 4 Satz 3IfSG).
Entgegen dem Bericht ist die Dokumentation, für die es keine verbindlichen Vorgaben gibt, und die Zahl der aufgeführten Infektionen unglaubwürdig , insbesondere bei MRSA. Die Standards der Dokumentation werden nicht genannt.
Todesfälle wurden nicht dokumentiert.
Es ist nach dem Umgang der niedergelassenen Ärzte mit dem Thema Krankenhauskeime, einer Art Kultur des Schweigens, und Äußerungen von Ärzten im Hamburger Umland eher von erheblich höheren Zahlen auszugehen. Ein Arzt : In Harburger Kliniken stürben die Patienten nach dem was man höre wie die Fliegen an Krankenhauskeimen, so die drastischte Äußerung. Es gibt mit wenigen Ausnahmen keine Offenheit im Umgang mit diesem Problem. Die Kliniken scheinen bei der jetzigen Lage ihre Interessen eher gewahrt zu sehen, wenn möglichst wenige Fälle dokumentiert werden. Das Interesse der Patienten an notwendigen grundlegenden Veränderungen in der Krankenhaushygiene hat leider keine Priorität.
Nach relativ gesicherten Annahmen müssen Kliniken in Deutschland geradezu als Brutstätten für Krankenhauskeime betrachtet werden. Inzwischen dürften aber auch große Teile der Bevölkerung als Träger von MRSA anzusehen sein. Schätzungen gehen von bis zu 25 Prozent aus.
Die Hygienemaßnahmen der meisten deutschen Krankenhäuser reichen nicht aus. Dabei fehlt es nicht an Empfehlungen wie denen des Robert-Koch-Instituts(RKI).
In Holland werden grundsätzlich alle Patienten aus Deutschland einem Eingangsscreening unterzogen.
Das in Deutschland teilweise praktizierte Screening von sogenannten Risikopatienten scheint nicht auszureichen.
Ohne Zweifel wäre es gut, wenn die Mediziner und das übrige Krankenhauspersonal von sich aus die nötigen Maßnahmen ergreifen würden, wie sie in Holland und in der Grenzregion Münster/Twente bereits praktiziert werden. Die Krankenhäuser hatten jetzt bereits mindestens 10 Jahre Zeit, von sich aus Lösungen zu finden. In einem auf materieller Interessiertheit beruhenden Gesundheitssystem wie in Deutschland scheint es ohne klare gesetzliche und Verordnungsmäßige Vorgaben nicht zu gehen, da die Dokumentation von MRSA-Fällen z.B. auch Rechtsfolgen für die Krankenhäuser haben würde.
Wir brauchen nach meiner Meinung mindestens folgende Maßnahmen:
MRSA und nosokomiale Infektionen müssen anzeige- und meldepflichtig werden. MRSA ist auf Totenscheinen zu vermerken. Es muss aufklärungspflichtig werden.
Die Dokumentation soll überall nach gleichen Standards erfolgen(EPI-MRSA-Software)Verstöße gegen die Dokumentationspflichten sind entsprechend konsequent zu ahnden.
Ein Eingangsscreening für alle Patienten ist verbindlich festzulegen. Natürlich ist dies mit Kosten verbunden, die aber durch die Verringerung der Anzahl von MRSA-Patienten leicht wieder ausgeglichen würden.
Jedes Krankenhaus über 400 Betten braucht einen Facharzt für Hygiene. Sie sind vermehrt auszubilden.
Die Hygiene-Fortbildung in Krankenhäusern muss fortgesetzt werden. Viele wirksame Empfehlungen warten noch auf Umsetzung. Ein drastischer Mentalitätswechsel ist in einigen Bereichen anzuzielen.
Es müssen wirksame Maßnahmen gegen die unsachgemäße Verordnung von Antibiotika ergriffen werden.
Ob verstärkte Kontrollmaßnahmen seitens der Gesundheitsbehörden oder Bezirksämter Erfolge bringen, müsste geklärt werden.
Eine verbindliche Hygieneverordnung auf Bundes-oder Landesebene ist erforderlich.
Die Zeit der unglaublichen Indolenz bei der Bekämpfung von Krankenhauskeimen muss endlich beendet werden.
Zum Schluss ein klares Wort in Richtung der Gesundheitsbehörde und der Bürgerschaftsabgeordneten im Gesundheitsausschuss, insbesondere wenn sie vom Beruf Arzt sind:
Wer bei der beschriebenen Lage seit Jahren nichts Entscheidendes unternommen hat, um die Lage in Hamburg zu ändern, insbesondere wenn er dem Gesundheitsausschuss der Bürgerschaft angehören sollte, hat sich als Politiker politisch-moralisch eigentlich disqualifiziert.
Wie die fehlende Reaktion auf die Intervention der Abgeordneten Birgid Koschnick-Pumm gegen das entsprechende Protokoll des Sozial- und Gesundheitsausschusses der Bezirksversammlung Harburg zeigt, gab es beim Vorsitzenden Heinz Beeken und den übrigen Abgeordneten leider keine hinreichende Reaktion oder erkennbare Sensibilität.
Klar muss sein, dass die nötigen Maßnahmen nicht zu Lasten des Krankenhauspersonals gehen dürfen.
(Zuerst erschienen auf meinem Webblog "Klartext" am 5.12.2010)
Ende Januar 2010 hatte ich erfolglos in der Hamburger Innenstadt Sioux-und Mephisto-Winterstiefel mit Goretex gesucht. Damals hatte ich eingesehen, dass ich zu diesem Zeitpunkt wohl etwas spät dran war. Im Mephistoladen am Neuen Wall hätte ich noch ein Reststück aus dem Ausstellungskasten bekommen können. Das passte aber nicht.
Diesmal ging ich in den ersten Tagen des Dezember 2010 einfach so in die Innenstadt, weil ich dachte, der Einkauf müsste auf Anhieb klappen, da viele Geschäfte auf der Homepage der Hersteller als Vertragshändler firmieren.
Die Sache ging aber voll daneben: Goertz, Spitalerstraße, und Schuh-Elsner, Mönkebergstraße, wo ich das letzte Mal meine Sioux und Mephistoschuhe gekauft hatte, hatten gar nichts, Goertz hatte Schuhe dieser Marken gar nicht geordert. Der Mephistoladen hatte viele Halbschuhe, aber Winterstiefel praktisch nicht. Er erklärte sich jedoch bereit, „meinen Stiefel“ zu bestellen, nicht ohne den diskreten Hinweis, man müsse den Schuh dann eigentlich auch kaufen. Das nahm ich natürlich nicht so ernst.
Ich brach meine Bemühungen ab, machte mich zu Hause im Internet schlau und ermittelte zwei weitere „Vertragshändler“. So vorbereitet ging ich wenige Tage später wieder los. Aber durchweg Fehlanzeige in der Hamburger City. Im Mephistoladen war der bestellte Schuh da, passte aber nicht. Alternative Modelle in meiner Normalschuhgröße gab es nicht.
Wo bekam ich einen Sioux-Winterstiefel mit Goretex, Mokassin-Stil: In der Harburger Lüneburger Straße bei Schüttfort. Ein Mephisto-Stiefel(Buttler), von der Filiale in Eppendorf angeliefert, hätte gepasst, hatte aber, wie mir schien, bereits deutliche Gebrauchsspuren.
Hamburgs City auf dem falschen Fuß erwischt ?
Bestellungen im Online-Shop scheinen trotz einiger Nachteile doch eine Alternative zu sein.
In der Oberpfalz nahe der Grenze zu Tschechien liegt die Zisterzienserinnenabtei Waldsassen, die von der Stiftsbasilika überragt wird. Die Abtei ist besonders berühmt durch ihre Bibliothek.
Eine sehr kleine Zahl von Zisterzienserinnen, weniger als zehn, managen Klosterladen, Haus Joseph-ein Tagungshotel in altem, entkerntem Gemäuer, Stiftsbibliothek, Klosterschule und Klostergarten. Die weitere Renovierung läuft. So überrascht es nicht, dass die Äbtissin Lätitia Fech 2009 die Bayrische Verfassungsmedaille in Silber erhalten hat.
Allerdings hat das Kloster immer noch gegenüber einer Zimmerfront des Hauses Joseph eine etwas baufällige Häuserreihe, die fast so etwas wie mittelalterliches Flair vermittelt. Die Zimmer sind modern eingerichtet. Die Fenster und dicken Klostermauern halten jeglichen Lärm ab. Die Gastronomie ist engagiert und überzeugend.
Vielleicht kriegt man auch noch, wenigstens am Wochenende, regelmäßige Führungen in der Stiftsbasilika hin.
Das Interessanteste der gesamten Abtei ist jedoch die Stiftsbibliothek. Allein diese rechtfertigt schon einen Besuch.
Zunächst als Pultbibliothek unter Abt Georg I.(1495-1512) erbaut , entstand sie im 18.Jahrhundert neu und größer. Die heute noch bemerkenswerte Inneneinrichtung entstand unter dem Abt Eugen Schmid(1724-1764), der vorher Stiftsbibliothekar gewesen war.
Von den ursprünglichen Büchern sind nur noch wenige erhalten, allein 15000 gelten als verschwunden.
Unter den Emporen der Bibliothek befinden sich 10 geschnitzte Tragefiguren, die keine statische Funktion haben. Ihre Bedeutung ist angeblich immer noch nicht geklärt.
Es gibt für diesen Zyklus großformatiger Schnitzfiguren anscheinend keine Parallele. Kostümierung und Mimik lassen eine Nähe zu Narrendarstellungen, egerländischen Fastnachtsfiguren oder Figuren der Comedia dell´Arte erkennen(Sebastian Brant, Abraham a Sancta Clara). Der Abt Eugen Schmid wollte den Mönchen u.a. mit diesem ambitionierten Figurenprogramm des Schnitzers Karl Stilp die Laster und Versuchungen der Welt ständig vor Augen führen. Auflehnung, Dummheit, Arroganz, Eitelkeit, Aufschneiderei, Ignoranz, Hochmut, Verschlagenheit, Neugierde, Heuchelei werden symbolisch dargestellt.
Ein künstlerisch interessierter, pädagogisch ambitionierter und von einem skeptischen, aber eher realistischen Menschenbild auch im Kloster ausgehender Abt. Dieser Eugen Schmid scheint über die Klostergeschichte hinaus von Bedeutung. Vielleicht ein interessanter Forschungsgegenstand.
Bedauerlich nur, dass längs über die Decke der Bibliothek Klebestreifen geklebt sind. Einer verdeckt auch die Augen des Abtes, der an der Decke verewigt worden ist. Ein Anschlag auf einen kritischen Geist der Klostergeschichte? Wer ist eigentlich für die Renovierung verantwortlich?
Übrigens stört mich in vielen katholischen Einrichtungen bei Führungen ein unkritischer Umgang mit der Kirchengeschichte.
Bad Füssing hat drei große öffentlich zugängliche Schwefel-Thermenanlagen: die Europa Therme, das Johannisbad und die Therme Eins. Alle drei weitläufig, bisweilen originell gestaltet und ausgestattet mit einer Vielzahl von Becken unterschiedlicher Funktion, Temperatur etc. Dazu jeweils Dampfbäder und Saunen. Dazu kommen eine große Zahl von Hotels mit eigenen Bädern und Kureinrichtungen. Natürlich auch Hotels mit direktem Zugang zu einer der Thermen. Außerdem viele durchaus preisgünstige Kurpensionen mit Kurangeboten. Da überrascht es nicht, dass der Kurort wirbt mit einer Vielzahl von Indikationen, für die seine Bäder wirksam sein sollen.
Die Preise für die großen Thermenanlagen sind vergleichsweise verträglich. Der Kurort ist viel besucht, und gerade an schönen Wochenenden kann es in den Thermen enger werden.
Wem das große Thermenangebot in Bad Füssing nicht reicht, kann im Drei-Bäder-Eck noch Bad Griesbach und Bad Birnbach relativ schnell erreichen..
Im österreichischen „Innviertel“ gibt es zudem noch die Schwefel-Therme Geinberg, insgesamt überschaubarer und zusätzlich mit einem Sole-Becken ausgestattet, dazu einem Kurhotel.
Bad Füssing bietet einige Fahrradverleihe mit moderaten Preisen und ein Radwegenetz, u.a. am Inn entlang. Als Autofahrer muss man allerdings aufpassen, dass einem die vielen ungeübten und unsportlichen Radfahrer im Ort nicht gegen das Auto fallen. Man muss allerdings auch nicht Auto fahren, denn neben dem Leihfahrrad kann man auch auf eine kleine Bäderbahn setzen.
Wer also auf Schwefel steht, findet in dieser Südostecke Deutschlands schon ein ordentliches Angebot.
Ich selbst bleibe allerdings Ischia-Fan und besuche lieber Jod-Sole-Bäder.
Kurverwaltungen und Zimmervermittlungen in Ferienorten sind immer Interessenvertretungen von Vermietern. Das wissen erfahrene Urlauber.
In der sommerlichen Hochsaison bekommen sie zwar noch Doppelzimmer in Kurpensionen, bei Ferienwohnungen ist die Sache naturgemäß kurzfristig aber sehr schwierig.
Sie bekommen in der Hochsaison die Restwohnungen ausgedruckt. Allerdings lassen die Vermieter häufig bessere Wohnungen als Lockangebote noch im Datensystem, um für ihre Restposten oder eigene private Wohnungen noch Mieter zu finden. Auch diese Tricks werden von den Kurverwaltungen weitgehend unterstützt und gefördert.
So werden plötzlich kleine Mansardenwohnungen mit schrägen Wänden aus dem Hut gezaubert, wo vorher noch eine größere Wohnung im System angezeigt wurde.
Oder Vermieter zeigen ihnen Restwohnungen unter Niveau, um eigene private Wohnungen zu vermieten. In Bad Füssing gibt es einen solchen Vermieter, der eine vom Schnitt nicht schlechte Wohnung anbietet, die aber mit Stolperfallen von jeweils vier Zentimeter Höhe von Küche, Schlafzimmer, Wohnraum und Bad zum Flur versehen ist. Wie so etwas gebaut werden kann, ist mir völlig schleierhaft.
Ein solches Beispiel ist Johann Grum. Er bietet diese Wohnung auch Gästen an, die kürzlich einen Bruch des Fusses zu bewältigen hatten.
Dies fällt auf Bad Füssing zurück.
Der Kurort Bad Füssing stellt seinen Gästen in einem großen Lesesaal ca. 80 regionale und überregionale Zeitungen zur Verfügung. Das ist verdienstvoll.
Man könnte fast eine neue Art von Kurangebot kreieren etwa „ Schwefelbad und Zeitungslektüre. Der neue Mix für den modernen Kurgast“. Begleitend sollten jedoch auch therapeutische Angebote laufen wie „Frustabbau in der Zuschauerdemokratie“ , „Wie und warum Medien in Deutschland verschweigen, tabuisieren, verkürzen und manipulieren “ oder „ Stressabbau nach der Zeitungslektüre “ und „Wie ärgere ich mich möglichst wenig über Politik?“.
Solche Angebote wären für das Wohlbefinden der Gäste sehr wichtig, weil Kurgäste gerade bei schlechtem Wetter versucht sein könnten, mehrere Zeitungen am Tag zu lesen, was den Wetter-bedingten Stresspegel noch erhöhen könnte.
Nun wieder ernsthaft: Eine gute Einrichtung ist auch der kostenlose Internetzugang im Kurhaus. Zugang mit gültiger Kurkarte.
Wer herrscht in der Innenstadt zwischen 19.30 und 23.45 Uhr? Der Bürgermeister, der Stadtrat, die Polizei?
Weit gefehlt: Es sind die jungen Männer mit den tiefergelegten Autos, gebrauchte BMW, Audis und Golf. Einer raste mit ca. 100 Sachen am Hauptgebäude der Commerzbank vorbei. Sie gehen in die Kurven ganz normaler städtischer Straßen mit dem besonderen Schwung, der aus der Kurve heraus ganz schnell ein knackiges Beschleunigen erlaubt.
In der Tiefgarage hinter dem Bräustübl nahe dem Rathaus machen etwa 20 Jugendliche Party, keine üblen Leute, die durch Radau stören, die aber wohl keinen Ort finden für ihre Kommunikationsbedürfnisse. Hing das mit dem letzten Schultag in Bayern zusammen ?
Währenddessen sitzt eine Stadträtin im Bräustübl zusammen mit einigen Rathausangestellten.
Wenn sie in der Stadt übernachten wollen, machen sie sich mit einem Hotelführer schlau: Rosenthal Casino-Hotel etc. sonst landen sie über Mitarbeiter von Araltankstellen aus den östlichen Ländern im Bräustübl oder dem Hotel Schmidt, dessen Fassaden gerade renoviert werden.
Die Porzellanausstellungen der Stadt sind schon sehenswert. Also besuchen sie die Stadt, wenn ihre Frau gern Porzellan sieht und kauft, aber lassen sie die Finger von Selb, wenn sie am nächsten Tag noch um Mittag ein Ziel erreichen wollen.
Bei Durchsicht meiner Akten des Bauprojekts der Hamburgischen Landesbank 20 Jahre nach der Fertigstellung habe ich mich offensichtlich noch einmal über die „kleinen Banker" geärgert , übrigens hatten mich schon 1981 die Hypothekenverträge wütend gemacht, und schrieb in 2003 einen Brief an den Vorstandsvorsitzenden Stuhlmann, indem ich die Bank warnte, sie solle bei ihrer Geschäftspolitik stets den Niedergang der Berliner Landesbank im Auge haben. Nicht schlecht zu diesem Zeitpunkt!
Genau genommen ist eigentlich noch ein Beraterhonorar für eine nicht- beauftragte Beratungsleistung in beträchtlicher Höhe fällig.
Dabei hatte ich ein etwas gewagtes Prognoseverfahren gewählt. Zentral die Unternehmenskultur.
Ich unterstellte die Mentalität der „ kleinen Banker“ um vieles verstärkt auch bei den Großen.
Zweitens störte mich die in meinen Augen verlogene Terminologie aus dem Wertekanon der neuen Geschäftsbank, noch schöner zu lesen bei der IKB und ihren Töchtern, die gerade fusioniert hatte und deshalb die Kunden mit ihrem neuen Konzept und ihrer neuen Bankerideologie vertraut machen wollte.
Von einem Freund, einem Banker, hörte ich von den Kreditersatzgeschäften und Verbriefungen, an denen mich schon damals störte, dass sie von den Annahmen über Kreditausfallrisiken häufig auf externen Immobilienmärkten abhingen. Die Verlässlichkeit dieser Annahmen wollte ich nicht einsehen, da diese Ausfallrisiken natürlich auch von krisenhaften Wirtschaftslagen abhängig sein mussten. Er jedoch hielt dies für eine Frage von Statistik und Wahrscheinlichkeiten, zwar mit Risiken verbunden, aber Bank-technisch üblich und in Ordnung.
Daraus formulierte ich am 3.August 2003 die folgende nicht unbeachtliche Warnung, die nach Antwortschreiben dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Stuhlmann vorgelegen hatte:
„dem Schriftverkehr anlässlich der Fusion von Landesbank Schleswig-Holstein und Hamburgischer Landesbank habe ich entnommen, das sich das neue Institut unter der Leitidee „fundiert und gradlinig“ den Werten Verbindlichkeit, Verlässlichkeit, Sicherheit, Gradlinigkeit und Klarheit verpflichtet fühlt. Wenn diese Grundsätze auch in der Realität Beachtung finden, kann die Nordbank AG sich, wie wohl auch in der Vergangenheit die beiden Einzelinstitute, beispielhaft abheben von der Bankgesellschaft Berlin, deren Geschichte gerade von Mathew D.Rose, Eine ehrenwerte Gesellschaft. Die Bankgesellschaft Berlin, Berlin 2003, dargestellt wurde.“
Die Bankgesellschaft Berlin war gerade spektakulär zusammengebrochen.
Dann schlossen sich in dem Brief die zweifelhaften Aktivitäten der „kleinen Banker“ in Zusammenhang mit dem Bauprojekt „Waldresidenz“ an. In diesem Zusammenhang verwies ich dann abschließend wieder auf das schlechte Beispiel der Bankgesellschaft Berlin, das auf ähnliche Mentalitäten und einen vergleichbaren Hang zu Fehlleistungen zurückzuführen sein könnte, die im kleinen bei den Bauprojekten der Landesbank festzustellen gewesen seien.
Folgerung: Das mit den schön formulierten Werten wird wohl nichts, die warnenden Zeichen an der Wand heißen also „Bankgesellschaft Berlin“.
Wer die Untersuchungsausschüsse in Kiel oder Hamburg besucht, erlebt dort die großen Banker der HSH Nordbank, wenn sie auch bisweilen nur erklären, dass sie nicht aussagen werden(z.B. Dr.Stuhlmann). Wenn sie aussagen, dann übernehmen sie keine Verantwortung, haben angeblich die Vorgaben von der Politik bekommen, selbst haben sie sich nichts vorzuwerfen.
Ganz zweifellos haben sie jedoch die HSH Nordbank gegen die Wand gefahren. Nur ein Milliardenschweres Rettungsprogramm der Länder HH und SH hat 2009 die Bank vor der Insolvenz bewahrt.
Wer in einem Bauprojekt der Hamburgischen Landesbank wohnt, hat auch die „kleinen Landesbanker“ hautnah erlebt.
Dass die Hamburgische Landesbank im Immobiliengeschäft, sprich der Finanzierung handfester Häuser, großen Erfolg gehabt hätte, kann man nicht durchgehend bestätigen. Ein Projekt bei Buchholz soll gescheitert sein. Das Projekt an der Ringheide in Fischbek mit Namen „Waldresidenz“ liegt in 1 A-Lage, hatte für die Hamburgische Landesbank aber seine Probleme.
Das Bauprojekt um das es hier geht, ist von der Lage sehr gut gewählt : nur 20-100 Meter von der Fischbeker Heide entfernt, dem drittgrößten Heidegebiet in Hamburg mit Heidschuckenherde und Schäferin , im Winter ein hervorragendes Langlaufrevier. Gepflegte Hanglage. Fußwege zur S-Bahn , zum nahen Einkaufszentrum und zum Hallenbad.
In diesem Bauprojekt wurden 1980/81 knapp vor der Eröffnung der S3 nach Neugraben Reihenhäuser angeboten bis 525000 DM. Fünf der teuersten von 24 Objekten insgesamt blieben nahezu fünf Jahre unverkäuflich, wurden auf Kosten der Landesbank beheizt und finanziert. Dann gab es den großen Preissturz für diese Objekte, und siehe da zwei Landesbanker kauften sich eins der großen, bisher recht teuren Objekte.
Ein Objekt im Werte von ursprünglich 475000 DM, später auf 385000 DM reduziert, bekam ein Mann des Hausmeister- oder Empfangspersonals, von dem man angeblich, so konnte man von Bank-Insidern hören, von vornherein wusste, dass er die Finanzierung nicht würde leisten und die Zinsen nicht würde bedienen können. Großzügige „Sozialleistungen“ der besonderen Art auf Kosten der Steuerzahler?
Ein heutiger Finanzberater, der noch vor dem Zusammenschluss der Landesbanken von HH und SH in 2003 sich selbständig machte, Helmut S., erwarb damals ein großes Endhaus, ursprünglicher Preis 525000 Euro, für 395000 DM. Für ihn wurde über die Preissenkung hinaus extra ein Wegerecht über das Grundstück eines anderen Endhauses hinweg zur Thiemannstraße begründet, um eine zweite Zuwegung zu schaffen, da das Objekt in Hanglage über ca. fünfundsechzig Treppenstufen erreicht werden kann.
Ein anderer Landesbanker, promoviert mit einem Thema aus dem Bereich Controlling, kaufte gleich am Anfang ganz regulär ein Reihenhaus und finanzierte es langfristig. Der hohe Zins musste ihn wohl nicht schrecken, da er ja die banküblichen Mitarbeitervergünstigungen in Anspruch nehmen konnte. Außerdem war er eher konservativ gestrickt und hielt sogar noch eine Steigerung des schon hohen Zinsniveaus für möglich. Ich selbst habe damals in Kenntnis der langfristigen Zinskurven zunächst mehrere Jahre jeweils kurzfristige Hypothekenkredite mit vergleichsweise niedrigen Zinsen abgeschlossen, bis das Zinsniveau niedrig genug war, um sich langfristig festzulegen. Dem Leiter der Hypothekenabteilung der damaligen Landesbank habe ich zu danken..
In Komplizenschaft mit der Bauprüfabteilung des Ortsamts Süderelbe hatte die Landesbank für eine Absenkung des Gartens obigen Bankers gesorgt, damit er im Souterrain einen weiteren Raum mit Fenster ausbauen konnte, dies deutlich gegen den Gartenplan, der allmähliche Übergänge der in Hanglage gelegenen Gärten vorsah.
Also auch hier: Für Landesbanker sind besondere Vergünstigungen stets gerechtfertigt.
Der besagte Dr.Kremkow ging später zur LBBW, ich hoffe nicht ins Risikomanagement oder Controlling, denn sonst wäre er für den Schlamassel der LBBW mitverantwortlich: die Verluste aus der Übernahme von Sachsen-LB und Rheinlandpfälzischer Landesbank, aus Kreditersatzgeschäften und Island-Anleihen, die im letzten Jahr eine umfassende Rettungsaktion der Anteilseigner nötig gemacht haben. Übrigens auch der Personalabbau wäre noch zu verantworten. Dazu noch Verluste in 2008 von 2,1 und 2009 immerhin noch 1,4 Milliarden Euro.
Ein gutes Beispiel für einen „kleinen Banker“ war auch der „Chefverkäufer“, ein Herr Schaller, der stets im Bankeroutfit über die Baustelle stolzierte und den potentiellen Kunden den Eindruck vermittelte, es sei eine Ehre bei der Hamburgischen Landesbank zu kaufen. Er fuhr stets im Porsche vor, musste angeblich dann aber später die Landesbank „im Einvernehmen“ verlassen.
Das Bauunternehmen „Hausbau“ bestand sogar noch vier Jahre nach Abschluss der Bauarbeiten, dann war es plötzlich insolvent. Die meisten Gewährleistungsfälle waren da schon abgewickelt. Sicher wurde bald ein neues Bauunternehmen gegründet, einschließlich des besonders dreisten Bauleiters.
Mit Lage und Häusern sind die Besitzer bis heute durchweg sehr zufrieden.
Warum lohnt es sich diese Geschichten aufzuschreiben? Sie zeigen Verhaltensmuster, Fehlleistungen und Mentalitäten der „kleinen Banker“ in einem ganz überschaubaren Bereich des damaligen Bankgeschäfts. Insgesamt werfen sie ein Schlaglicht auf die Unternehmenskultur der damaligen Hamburgischen Landesbank.
Schlussfolgerung: Wenn sich die Kleinen schon solche Fehlleistungen erlauben, dann wird es bei den Großen eher noch schlimmer sein.
Die Patienten und Bundesbürger werden in Talkshows genervt mit ständigen abgehobenen Systemdiskussionen um Gesundheitsfond, Kopfpauschale, Erhöhung der Krankenkassenbeiträge und Kostensteigerungen im Gesundheitssystem.
Die Musik unseres durch finanzielle Interessen gesteuerten Gesundheitssystems spielt jedoch in der Praxis.
Das Krankenhaus Boberg muss sich über die Medien irgendwann einen guten Ruf erworben haben. Doch wie sieht die Praxis heute aus?
Eine Empfehlung vorweg: Nehmen Sie im Umfeld von Feiertagen und an Feiertagen besser nicht die Ambulanz des Boberger Krankenhauses in Anspruch:
Es dauert lange und sie bekommen leicht eine falsche Diagnose.
Am 14.5.2010 bekam eine Patientin die Diagnose OSG Distorsion links.
Diese war falsch, obwohl die Behandlung eines Bruchs aus dem Vorjahr an derselben Stelle im Krankenhaus dokumentiert sein musste und zur Vorsicht bei der Diagnose hätte führen müssen.
In diesem Fall war der behandelnde Arzt ein wohl noch relativ unerfahrener Assistenzarzt.
Das diagnostische Problem: Es wurde nur geröntgt. Dabei lassen sich Haarrisse nicht erkennen. Es hilft nur Erfahrung, die anhand der Bewegungseinschränkung die Möglichkeit eines Haarrisses wahrscheinlich erscheinen lässt.
Ob überhaupt ein MRT einsatzbereit war, kann nicht beurteilt werden.
Übrigens hat die falsche Diagnose Folgen: Bei dieser Vordiagnose bekommt man in den Radiologischen Praxen schwer einen Zeit-nahen Termin. Wenn man nicht beharrlich ist, kann man also gut und gern zunächst mit der falschen Diagnose 14 Tage herumlaufen, auch wenn sie gleich am Anfang der nächsten Woche auf einen Orthopäden stoßen, der größere diagnostische Fähigkeiten hat und ein MRT empfiehlt.
Unwahrscheinlich, dass es sich um wenige Einzelfälle handelt. Es scheint die Forderung angebracht: Bessere ärztliche Leistung und mehr Patientenorientierung.
Mein Eindruck seit Jahren, der von vielen geteilt wird: Die Berichterstattung insbesondere über den Autoverkehr ist überwiegend affirmativ und lammfromm, und wird der Lebenswirklichkeit der Autofahrer nicht gerecht. Das gilt gerade auch für die Verbandszeitschriften der großen Autofahrerverbände. ACE Lenkrad hat in letzter Zeit an einer Verbesserung des Konzepts gearbeitet. Die Monatsblätter wirken aber häufig merkwürdig “ aseptisch“.
Die großen Probleme wie zunehmende Stauentwicklung, Zunahme des LKW-Verkehrs, die (halb-)kriminellen Praktiken der schwarzen Schafe unter den KFZ-Werkstätten, die Gefahren im Straßenverkehr durch agressives Fahrverhalten, die Stundenlangen Winterstaus mit ihren Folgen , die Entwicklung der Autopreise, die Versuche zur kompletten Überwachung des Autoverkehrs, die geringen Strafen für ernsthafte Verkehrsdelikte, die Mautabzocke im Ausland etc. Einige Medien befeuern den PS-Rausch und das hochgefährliche Rasen auf den Straßen, und dienen zudem eindeutig der Verkaufsförderung. Eine Verbandszeitschrift hat sich durch ihren laufenden KFZ-Werkstätten-Test durchaus Verdiente erworben.
Kritik gibt es, leider bisher eher folgenlos, in den Medien zugegebenermaßen an der Abzocke bei den Benzinpreisen.
Diese Tendenzen dürften ihre Gründe haben: Könnten es die Preisrabatte beim Autokauf für Journalisten sein? Oder die günstige Überlassung von Testfahrzeugen? Gibt es weitere Vergünstigungen wie Upgrades für wichtige Journalisten im Flugverkehr? Welche Art von Begünstigungen für Journalisten gibt es sonst noch? Welche Autofirmen beeinflussen so das Bild der Autowelt, indem man die Berichterstattung „einkauft“?
Ohne einem lebensfremden Purismus das Wort reden zu wollen, diese Formen der Korruption müssen von den Medien selbst bekämpft und beseitigt werden.
Den Glaubwürdigkeitsverlust der Medien müssen wir hier nicht beschwören, sie rangieren bei einigen Untersuchungen ziemlich unten etwa auf der Höhe der Politik.