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Sonntag, 4. Juli 2010

Ein Kunde warnt den Vorstandsvorsitzenden der HSH Nordbank Dr.Stuhlmann bereits 2003



Bei Durchsicht meiner Akten des Bauprojekts der Hamburgischen Landesbank 20 Jahre nach der Fertigstellung habe ich mich offensichtlich noch einmal über die „kleinen Banker" geärgert , übrigens hatten mich schon 1981 die Hypothekenverträge wütend gemacht, und schrieb in 2003 einen Brief an den Vorstandsvorsitzenden Stuhlmann, indem ich die Bank warnte, sie solle bei ihrer Geschäftspolitik stets den Niedergang der Berliner Landesbank im Auge haben. Nicht schlecht zu diesem Zeitpunkt!

Genau genommen ist eigentlich noch ein Beraterhonorar für eine nicht- beauftragte Beratungsleistung in beträchtlicher Höhe fällig.

Dabei hatte ich ein etwas gewagtes Prognoseverfahren gewählt. Zentral die Unternehmenskultur.

Ich unterstellte die Mentalität der „ kleinen Banker“ um vieles verstärkt auch bei den Großen.

Zweitens störte mich die in meinen Augen verlogene Terminologie aus dem Wertekanon der neuen Geschäftsbank, noch schöner zu lesen bei der IKB und ihren Töchtern, die gerade fusioniert hatte und deshalb die Kunden mit ihrem neuen Konzept und ihrer neuen Bankerideologie vertraut machen wollte.

Von einem Freund, einem Banker, hörte ich von den Kreditersatzgeschäften und Verbriefungen, an denen mich schon damals störte, dass sie von den Annahmen über Kreditausfallrisiken häufig auf externen Immobilienmärkten abhingen. Die Verlässlichkeit dieser Annahmen wollte ich nicht einsehen, da diese Ausfallrisiken natürlich auch von krisenhaften Wirtschaftslagen abhängig sein mussten. Er jedoch hielt dies für eine Frage von Statistik und Wahrscheinlichkeiten, zwar mit Risiken verbunden, aber Bank-technisch üblich und in Ordnung.

Daraus formulierte ich am 3.August 2003 die folgende nicht unbeachtliche Warnung, die nach Antwortschreiben dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Stuhlmann vorgelegen hatte:

„dem Schriftverkehr anlässlich der Fusion von Landesbank Schleswig-Holstein und Hamburgischer Landesbank habe ich entnommen, das sich das neue Institut unter der Leitidee „fundiert und gradlinig“ den Werten Verbindlichkeit, Verlässlichkeit, Sicherheit, Gradlinigkeit und Klarheit verpflichtet fühlt. Wenn diese Grundsätze auch in der Realität Beachtung finden, kann die Nordbank AG sich, wie wohl auch in der Vergangenheit die beiden Einzelinstitute, beispielhaft abheben von der Bankgesellschaft Berlin, deren Geschichte gerade von Mathew D.Rose, Eine ehrenwerte Gesellschaft. Die Bankgesellschaft Berlin, Berlin 2003, dargestellt wurde.“

Die Bankgesellschaft Berlin war gerade spektakulär zusammengebrochen.

Dann schlossen sich in dem Brief die zweifelhaften Aktivitäten der „kleinen Banker“ in Zusammenhang mit dem Bauprojekt „Waldresidenz“ an. In diesem Zusammenhang verwies ich dann abschließend wieder auf das schlechte Beispiel der Bankgesellschaft Berlin, das auf ähnliche Mentalitäten und einen vergleichbaren Hang zu Fehlleistungen zurückzuführen sein könnte, die im kleinen bei den Bauprojekten der Landesbank festzustellen gewesen seien.

Folgerung: Das mit den schön formulierten Werten wird wohl nichts, die warnenden Zeichen an der Wand heißen also „Bankgesellschaft Berlin“.

Die kleinen und die großen Landesbanker



Wer die Untersuchungsausschüsse in Kiel oder Hamburg besucht, erlebt dort die großen Banker der HSH Nordbank, wenn sie auch bisweilen nur erklären, dass sie nicht aussagen werden(z.B. Dr.Stuhlmann). Wenn sie aussagen, dann übernehmen sie keine Verantwortung, haben angeblich die Vorgaben von der Politik bekommen, selbst haben sie sich nichts vorzuwerfen.

Ganz zweifellos haben sie jedoch die HSH Nordbank gegen die Wand gefahren. Nur ein Milliardenschweres Rettungsprogramm der Länder HH und SH hat 2009 die Bank vor der Insolvenz bewahrt.

Wer in einem Bauprojekt der Hamburgischen Landesbank wohnt, hat auch die „kleinen Landesbanker“ hautnah erlebt.

Dass die Hamburgische Landesbank im Immobiliengeschäft, sprich der Finanzierung handfester Häuser, großen Erfolg gehabt hätte, kann man nicht durchgehend bestätigen. Ein Projekt bei Buchholz soll gescheitert sein. Das Projekt an der Ringheide in Fischbek mit Namen „Waldresidenz“ liegt in 1 A-Lage, hatte für die Hamburgische Landesbank aber seine Probleme.

Das Bauprojekt um das es hier geht, ist von der Lage sehr gut gewählt : nur 20-100 Meter von der Fischbeker Heide entfernt, dem drittgrößten Heidegebiet in Hamburg mit Heidschuckenherde und Schäferin , im Winter ein hervorragendes Langlaufrevier. Gepflegte Hanglage. Fußwege zur S-Bahn , zum nahen Einkaufszentrum und zum Hallenbad.

In diesem Bauprojekt wurden 1980/81 knapp vor der Eröffnung der S3 nach Neugraben Reihenhäuser angeboten bis 525000 DM. Fünf der teuersten von 24 Objekten insgesamt blieben nahezu fünf Jahre unverkäuflich, wurden auf Kosten der Landesbank beheizt und finanziert. Dann gab es den großen Preissturz für diese Objekte, und siehe da zwei Landesbanker kauften sich eins der großen, bisher recht teuren Objekte.

Ein Objekt im Werte von ursprünglich 475000 DM, später auf 385000 DM reduziert, bekam ein Mann des Hausmeister- oder Empfangspersonals, von dem man angeblich, so konnte man von Bank-Insidern hören, von vornherein wusste, dass er die Finanzierung nicht würde leisten und die Zinsen nicht würde bedienen können. Großzügige „Sozialleistungen“ der besonderen Art auf Kosten der Steuerzahler?

Ein heutiger Finanzberater, der noch vor dem Zusammenschluss der Landesbanken von HH und SH in 2003 sich selbständig machte, Helmut S., erwarb damals ein großes Endhaus, ursprünglicher Preis 525000 Euro, für 395000 DM. Für ihn wurde über die Preissenkung hinaus extra ein Wegerecht über das Grundstück eines anderen Endhauses hinweg zur Thiemannstraße begründet, um eine zweite Zuwegung zu schaffen, da das Objekt in Hanglage über ca. fünfundsechzig Treppenstufen erreicht werden kann.

Ein anderer Landesbanker, promoviert mit einem Thema aus dem Bereich Controlling, kaufte gleich am Anfang ganz regulär ein Reihenhaus und finanzierte es langfristig. Der hohe Zins musste ihn wohl nicht schrecken, da er ja die banküblichen Mitarbeitervergünstigungen in Anspruch nehmen konnte. Außerdem war er eher konservativ gestrickt und hielt sogar noch eine Steigerung des schon hohen Zinsniveaus für möglich. Ich selbst habe damals in Kenntnis der langfristigen Zinskurven zunächst mehrere Jahre jeweils kurzfristige Hypothekenkredite mit vergleichsweise niedrigen Zinsen abgeschlossen, bis das Zinsniveau niedrig genug war, um sich langfristig festzulegen. Dem Leiter der Hypothekenabteilung der damaligen Landesbank habe ich zu danken..

In Komplizenschaft mit der Bauprüfabteilung des Ortsamts Süderelbe hatte die Landesbank für eine Absenkung des Gartens obigen Bankers gesorgt, damit er im Souterrain einen weiteren Raum mit Fenster ausbauen konnte, dies deutlich gegen den Gartenplan, der allmähliche Übergänge der in Hanglage gelegenen Gärten vorsah.

Also auch hier: Für Landesbanker sind besondere Vergünstigungen stets gerechtfertigt.

Der besagte Dr.Kremkow ging später zur LBBW, ich hoffe nicht ins Risikomanagement oder Controlling, denn sonst wäre er für den Schlamassel der LBBW mitverantwortlich: die Verluste aus der Übernahme von Sachsen-LB und Rheinlandpfälzischer Landesbank, aus Kreditersatzgeschäften und Island-Anleihen, die im letzten Jahr eine umfassende Rettungsaktion der Anteilseigner nötig gemacht haben. Übrigens auch der Personalabbau wäre noch zu verantworten. Dazu noch Verluste in 2008 von 2,1 und 2009 immerhin noch 1,4 Milliarden Euro.

Ein gutes Beispiel für einen „kleinen Banker“ war auch der „Chefverkäufer“, ein Herr Schaller, der stets im Bankeroutfit über die Baustelle stolzierte und den potentiellen Kunden den Eindruck vermittelte, es sei eine Ehre bei der Hamburgischen Landesbank zu kaufen. Er fuhr stets im Porsche vor, musste angeblich dann aber später die Landesbank „im Einvernehmen“ verlassen.

Das Bauunternehmen „Hausbau“ bestand sogar noch vier Jahre nach Abschluss der Bauarbeiten, dann war es plötzlich insolvent. Die meisten Gewährleistungsfälle waren da schon abgewickelt. Sicher wurde bald ein neues Bauunternehmen gegründet, einschließlich des besonders dreisten Bauleiters.

Mit Lage und Häusern sind die Besitzer bis heute durchweg sehr zufrieden.

Warum lohnt es sich diese Geschichten aufzuschreiben? Sie zeigen Verhaltensmuster, Fehlleistungen und Mentalitäten der „kleinen Banker“ in einem ganz überschaubaren Bereich des damaligen Bankgeschäfts. Insgesamt werfen sie ein Schlaglicht auf die Unternehmenskultur der damaligen Hamburgischen Landesbank.

Schlussfolgerung: Wenn sich die Kleinen schon solche Fehlleistungen erlauben, dann wird es bei den Großen eher noch schlimmer sein.