Montag, 28. Juni 2010

Das Berufsgenossenschaftliche Unfallkrankenhaus Boberg. Was ist los mit dem Hamburger Medizinsystem?(I)


Die Patienten und Bundesbürger werden in Talkshows genervt mit ständigen abgehobenen Systemdiskussionen um Gesundheitsfond, Kopfpauschale, Erhöhung der Krankenkassenbeiträge und Kostensteigerungen im Gesundheitssystem.

Die Musik unseres durch finanzielle Interessen gesteuerten Gesundheitssystems spielt jedoch in der Praxis.

Das Krankenhaus Boberg muss sich über die Medien irgendwann einen guten Ruf erworben haben. Doch wie sieht die Praxis heute aus?

Eine Empfehlung vorweg: Nehmen Sie im Umfeld von Feiertagen und an Feiertagen besser nicht die Ambulanz des Boberger Krankenhauses in Anspruch:

Es dauert lange und sie bekommen leicht eine falsche Diagnose.

Am 14.5.2010 bekam eine Patientin die Diagnose OSG Distorsion links.

Diese war falsch, obwohl die Behandlung eines Bruchs aus dem Vorjahr an derselben Stelle im Krankenhaus dokumentiert sein musste und zur Vorsicht bei der Diagnose hätte führen müssen.

In diesem Fall war der behandelnde Arzt ein wohl noch relativ unerfahrener Assistenzarzt.

Das diagnostische Problem: Es wurde nur geröntgt. Dabei lassen sich Haarrisse nicht erkennen. Es hilft nur Erfahrung, die anhand der Bewegungseinschränkung die Möglichkeit eines Haarrisses wahrscheinlich erscheinen lässt.

Ob überhaupt ein MRT einsatzbereit war, kann nicht beurteilt werden.

Übrigens hat die falsche Diagnose Folgen: Bei dieser Vordiagnose bekommt man in den Radiologischen Praxen schwer einen Zeit-nahen Termin. Wenn man nicht beharrlich ist, kann man also gut und gern zunächst mit der falschen Diagnose 14 Tage herumlaufen, auch wenn sie gleich am Anfang der nächsten Woche auf einen Orthopäden stoßen, der größere diagnostische Fähigkeiten hat und ein MRT empfiehlt.

Unwahrscheinlich, dass es sich um wenige Einzelfälle handelt. Es scheint die Forderung angebracht: Bessere ärztliche Leistung und mehr Patientenorientierung.